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Kapitalanlagen allgemein


Wer Kapitalanlagegeschäfte tätigt, ist Einflüssen diverser Gestalt ausgesetzt. "Unabhängige" Finanzberater oder der freundliche Mitarbeiter der Hausbank geben dem Kunden gegenüber Anlageempfehlungen. Stellt sich zu einem späteren Zeitpunkt heraus, dass sich diese Anlage für den Anleger nicht gelohnt oder ihm sogar Schaden zugefügt hat, ist zu prüfen, ob in diesem konkreten Einzelfall eine falsche Anlageberatung dafür ursächlich war.

Ein sog. Anlageberatungsvertrag kann in der Regel, auch stillschweigend, immer dann angenommen werden, wenn Ihnen von einer der vorgenannten sachkundigen Personen ein Rat in Form einer Anlageempfehlung erteilt wurde und Sie auf diesen Rat vertraut und im Vertrauen darauf eine bestimmte Geldanlage getätigt haben.

Mögliche Schadensersatzansprüche ergeben sich entweder gegen den Berater direkt oder gegen das Unternehmen, für welches er arbeitet. Die gesetzlichen Grundlagen hierfür finden sich entweder im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) oder wenn es sich um Wertpapiergeschäfte handelt aus dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Nach § 31 Absatz 4 bzw. Absatz 5 WpHG ist ein Dienstleistungsunternehmen, das Anlageberatung durchführt, verpflichtet vor der Abgabe einer Anlageempfehlung vom potentiellen Anleger alle Informationen einholen über seine Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf Geschäfte mit bestimmten Arten von Finanzinstrumenten oder Wertpapierdienstleistungen, über seine Anlageziele der und über seine finanziellen Verhältnisseeinzuholen.

In der Regel wird dabei durch den Berater ein Fragebogen ausgefüllt, welcher u.a. die Einteilung in sog. Risikoklassen enthält. Vorsicht ist geboten, wenn der Berater dem Anleger diesen Fragebogen zur Unterschrift vorlegt und dort falsche Aussagen festgehalten werden, z.B. dass der Anleger bisher immer sehr risikiofreudig angelegt habe. Wird ein solcher Fragebogen durch den Anleger unterschrieben, kann dies in einer gerichtlichen Auseinandersetzung zu Lasten des Anlegers als Beweis berücksichtigt werden.

Da es in jedem Einzelfall auf die konkrete Situation ankommt, insbesondere auf die Art und Weise, ob und wie ein Beratungsgespräch geführt wurde, empfehlen wir dringend diese Fragen im Wege einer Erstberatung klären zu lassen. Insbesondere wenn das Anlagegeschäft vor mehreren Jahren getätigt wurde, drohen Verjährungsfristen abzulaufen.